Unternehmer Selbstwirksamkeit: So erreichst du nachhaltigen Erfolg
von Antje Knifka
Vor 200 Unternehmer:innen über Selbstwirksamkeit gesprochen
Zum Jahresstart hatten wir die Möglichkeit, in der Nähe von Wien vor über 200 Unternehmer:innen über Selbstwirksamkeit und Erfolg zu sprechen. Es wurde schnell klar: Erfolg ist nicht linear. Auf dem Weg nach oben gibt es viele Hindernisse – Fehlentscheidungen, Rückschläge, Zweifel. Und manchmal verliert man mitten im Prozess das Ziel aus den Augen.
Wenn man jedoch auf dem Gipfel steht, erscheint alles plötzlich logisch. Jeder Schritt scheint perfekt aufeinander aufgebaut. Doch während der Reise ist die Realität oft chaotisch und unübersichtlich. Genau hier setzt Selbstwirksamkeit an.
Selbstwirksamkeit bedeutet, zu wissen: „Ich kann mein Ziel erreichen, auch wenn es gerade schwer erscheint.“ Für Unternehmer:innen ist das die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, Entscheidungen bewusst zu treffen und Hindernisse aktiv zu meistern.
Warum kleine Schritte im Unternehmeralltag entscheidend sind
Erfolg entsteht selten über große Sprünge. Stattdessen zählen die kleinen, täglichen Schritte. Ähnlich wie beim Marathonlauf sollte man sich auf die aktuelle Meile konzentrieren und nicht nur auf das Ende der Strecke.
Für Unternehmer:innen bedeutet das konkret:
Drei kleine Schritte pro Tag: Konzentriere dich auf überschaubare Handlungen, die du konsequent umsetzt.
Fokus auf das Wesentliche: Reduziere Ablenkungen und setze Prioritäten.
Reflexion und Anpassung: Überprüfe regelmäßig, ob deine täglichen Handlungen dich deinem Ziel näherbringen.
Diese Vorgehensweise verhindert Überforderung und hilft, die Motivation langfristig aufrechtzuerhalten. Zu oft orientieren wir uns an kurzfristigen Erfolgen – sie geben Motivation, sind aber schwer dauerhaft durchzuhalten.
Die 1-Prozent-Methode: Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
In dem Buch Die 1-Prozent-Methode wird erklärt, dass Gewohnheiten am besten über die eigene Identität verändert werden.
Das bedeutet: Veränderung funktioniert dann am besten, wenn sie von innen heraus entsteht, nicht wenn man nur ein Ergebnis erzwingen will.
Beispiel Läufer:
Wer sich als Läufer identifiziert, passt automatisch seine Gewohnheiten an. Morgens laufen, fitter werden, langfristig Gewicht verlieren – alles folgt aus der eigenen Identität.
Wer hingegen nur auf das Ergebnis fokussiert (fitter werden, abnehmen) und versucht, Laufen zu gehen, weil es das Ziel verlangt, wird schnell scheitern. Die Motivation fehlt, und Gewohnheiten brechen ein.
Für Unternehmer:innen heißt das: Erfolg sollte nicht nur am Ergebnis gemessen werden (z. B. Umsatzsteigerung, Gewinn, neue Kunden), sondern daran, wer du als Unternehmer:in bist und wie du handelst.
Selbstwirksamkeit und Unternehmensführung
Selbstwirksamkeit ist ein zentraler Faktor, um im Unternehmeralltag souverän Entscheidungen zu treffen. Sie hilft dabei, Ziele klar zu definieren, Strategien umzusetzen und auch Rückschläge als Lernchancen zu sehen.
Praktische Anwendung:
Tägliche Erfolgsroutine etablieren
Beginne jeden Tag mit drei klaren Aufgaben, die dich deinem Ziel näherbringen. Diese Routine stärkt das Gefühl der Kontrolle und Selbstwirksamkeit.Fokus auf lernbare Fähigkeiten
Anstatt nur auf Ergebnisse zu achten, konzentriere dich auf Fähigkeiten, die du entwickeln kannst: Verkaufsgespräche, Kundenführung, Marketing-Kompetenz.Reflexion der eigenen Identität
Frage dich regelmäßig: „Wie sehe ich mich als Unternehmer:in? Welche Eigenschaften möchte ich stärken?“
Wer diese Punkte konsequent umsetzt, entwickelt eine starke innere Motivation, die über kurzfristige Ergebnisse hinausgeht.
Hindernisse auf dem Weg: Zweifel und Fehlentscheidungen
Jeder Unternehmer kennt sie: Momente, in denen man das Ziel aus den Augen verliert. Fehlentscheidungen, unvorhergesehene Herausforderungen oder Rückschläge können entmutigend wirken.
Hier hilft Selbstwirksamkeit:
Sie vermittelt das Vertrauen, dass du Probleme lösen kannst.
Sie reduziert Angst und Unsicherheit.
Sie stärkt den Fokus auf das Wesentliche.
Ein praktisches Mittel ist, die Herausforderungen in kleine, bewältigbare Aufgaben zu unterteilen. So bleiben Motivation und Übersicht erhalten, selbst wenn der Weg steinig ist.
Die Bedeutung von Identität für langfristige Unternehmer-Erfolge
Wer seine Gewohnheiten und Entscheidungen an der eigenen Identität ausrichtet, erreicht langfristig nachhaltigen Erfolg. Statt kurzfristigen Ergebnissen hinterherzujagen, formt man eine Unternehmer-Persönlichkeit, die automatisch die richtigen Entscheidungen trifft.
Beispiel:
Du willst innovative Produkte entwickeln. Wenn du dich als innovativen Unternehmer siehst, setzt du automatisch neue Ideen um und testest Prototypen.
Du willst ein effizientes Team führen. Wenn du dich als gute Führungskraft siehst, optimierst du Prozesse und Kommunikation von selbst.
Die Identitätsorientierung reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Motivation und Disziplin einbrechen, wenn Herausforderungen auftauchen.
Fazit: Selbstwirksamkeit als Schlüssel zum Erfolg
Selbstwirksamkeit ist nicht nur ein Buzzword – sie ist der Motor für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg. Wer:
seine tägliche Routine auf kleine Schritte fokussiert,
seine Gewohnheiten an seiner Identität ausrichtet und
Hindernisse systematisch in überschaubare Aufgaben unterteilt,
legt den Grundstein für langfristigen Erfolg.
Für Unternehmer:innen gilt: Erfolg entsteht nicht über Nacht. Er ist das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen, die konsequent aus der eigenen Selbstwirksamkeit heraus getroffen werden.
Tipp: Beginne heute damit, drei kleine Schritte umzusetzen, die deine Unternehmer-Selbstwirksamkeit stärken – und beobachte, wie sich daraus langfristige Erfolge entwickeln.